Warum ich heute schreibe, obwohl mir nicht nach Schreiben war - und was sich dabei enthüllt hat
Wie uns der Ausdruck unserer inneren Wahrheit zurück in unsere Selbstwirksamkeit bringt - und warum wir als Einzelne mehr Einfluss haben als wir denken
Manchmal spüre ich so eine Schwere in mir, wenn ich darüber nachdenke, wie viel Leid in der Welt passiert. Ich wollte gerade einen Artikel über all dieses Unrecht schreiben. Aber eine unsichtbare Kraft hielt wie so oft meine Finger zurück. Ich konnte nichts tippen. Weil ich die Schwere nicht tragen konnte. Ich kann gar keine Worte für sie finden. Dann hielt ich kurz inne und hörte sie wieder - meine innere Stimme.
Meine innere Führung, die mir sagte:
Du kannst nur deine eigene Wahrheit schreiben. Nicht die der Welt. Und es ist auch nicht deine Aufgabe, sie zu tragen oder zu verändern.
Deine einzige Verantwortung ist es, deine Wahrheit zu sprechen. Nicht die für andere, für äußere Zustände, für die Welt. Denn das wäre eine Aufgabe, die du alleine als Mensch nicht tragen kannst und die du auch nicht zu tragen bestimmt bist.
Aber deine Wahrheit.
Das ist die Stimme, die du zu tragen und zu halten bestimmt bist. Die du zu enthüllen bestimmt bist. Deine Wahrheit zählt - und manchmal ist es genau deine Wahrheit, die ein Resonanzfeld für viele öffnet, sodass eine kollektive Veränderung stattfinden kann.
Wenn Gott so will …
Also spreche ich heute über mein persönliches Empfinden. Über das, was jetzt in diesem Moment wahr in mir ist. Nicht über meine Meinung. Nicht über die Gedanken, die ich habe. Nicht über etwas, was ich kritisch finde, oder etwas, was im Außen passiert ist und das ich nun kommentiere.
Ich schreibe einfach nur über das, was im Hier und Jetzt in meinem Körper stattfindet.
Das fühlt sich schon leichter an. Und meine Finger fangen langsam wieder an von selbst zu tippen …
Ich fühle mich müde. Ich wäge täglich jeden Mittag ab, ob ich mit meinem Sohn den Mittagsschlaf machen und mit ihm Arm in Arm im Bett bleiben soll - oder ob ich mich mit meinem PC auf die Couch legen und meiner Stimme Raum geben soll. Dieser Stimme, die über 20 Jahre lang unterdrückt wurde. Und nein, ich beschuldige heute niemanden mehr dafür. Ich habe mich unterdrücken lassen. Ich beschuldige auch mich selbst nicht dafür. Denn ich hatte nicht gelernt, für mich einzustehen und meine Wahrheit zu sprechen.
Ich habe über 30 Jahre gebraucht, um mir erst darüber bewusst zu werden, dass es einen Glaubenssatz in mir gab, der mich ein Leben lang davor abhielt, mich zu zeigen.
“Es ist gefährlich, ich selbst zu sein und meiner Freude zu folgen.”
Denn einmal habe ich mich als vierjähriges Mädchen vor einem großen erwachsenen Mann behauptet, um einen anderen erwachsenen Menschen in Schutz zu nehmen. Daraufhin wurde ich von diesem Erwachsenen weggeschubst mit den Worten “Halt die Klappe, du Kleine!”
Ich glaube, dass das der Moment gewesen sein muss, als mein System gelernt hat, dass es nicht gut ist, meine Wahrheit zu sprechen, ja sogar lebensbedrohlich sein kann. Ein Glaubenssatz, entstanden aus einem intelligenten Anpassungsmechanismus meines Körpers, um mich vor einer erneuten Situation wie dieser künftig zu schützen.
Und ich habe viele Jahre gebraucht, um diesem kleinen Mädchen, das immer noch in mir lebte, beizubringen, dass es jetzt sicher ist, sie selbst zu sein.
Dieses kleine Mädchen darf jetzt spielen, während ich schreibe.
Wo waren wir stehengeblieben?
Ich bin müde. Und ich muss abwägen, ob ich mich zu meinem Sohn lege und ihn in den Arm nehme, weil ich weiß, dass er nicht für immer so klein bleibt und ich es eines Tages vermissen werde, ihn so klein und putzig in den Armen zu halten. Oder ob ich die Zeit jetzt nutze, um meinen Hund mal ordentlich eine Stunde durchzustreicheln, was ihm sicherlich auch abgeht, seitdem mein Sohn auf der Welt ist. Oder ob ich diesen Artikel fertigschreibe…
Am Ende entscheide ich mich dazu zu schreiben. Weil ich weiß, wenn ich schreibe, dann bin ich erfüllt. Und von dieser Erfüllung profitieren mein Hund und mein Kind gleichzeitig. Also drei Fliegen mit einer Klatsche.
Und doch merke ich, dass ich immer noch nicht so richtig weiß, worüber ich hier eigentlich schreibe …
Vielleicht ist jetzt auch nicht die Zeit, um einen Artikel zu schreiben. Der Sog ist heute nicht so da, wie sonst manchmal. Ich beginne loszulassen … und dann kommt aus dem Nichts die Frage:
Warum will ich überhaupt, dass der Sog da ist?
Ah, da bahnt er sich auch schon an.
Weil ich gerne einen Artikel schreiben möchte, der berührt. Ich will andere Menschen inspirieren. Ich will sie zum Handeln bewegen. Ich will, dass Menschen, die meine Artikel lesen, einen KLICK in sich spüren. Einen KLICK, der sagt:
Ich HABE die Macht, mein Leben zu verändern - und damit auch die Welt. Ich bin eigenmächtig und mein Leben ist MEINES. Und jetzt nehme ich mein Leben in die Hand und befreie mich selbst, um das Leben zu leben, für das ich bestimmt bin!
… Ich stehe dazu, dass das mein Wunsch ist.
Denn es ist nicht nur mein Wunsch, sondern meine Wahrheit. Ich will im Dienste der kollektiven Bewusstseinsentwicklung sein.
Klingt größenwahnsinnig?
Ja, vielleicht ist es das auch. Aber ich kann nichts dagegen tun. Es ist in mir kodiert. Es führt mich. Es will aus mir heraus leben. Es ist ICH. Es ist das, wovon ich nachts träume. Es ist der Gedanke, der mich in Euphorie und kreative Schaffenskraft versetzt. Es ist der Same, aus dem meine Vision für mein Leben entstanden ist. Es ist das, was meinem Dasein einen tieferen Sinn gibt.
Es ist das, was mich zu meiner Familie heute geführt hat. In das Leben, das ich heute lebe.
Es ist der tiefste Antrieb meiner Seele.
Ich will WIRKEN. Du auch?
Und warum sollte ich nicht dazu stehen?
Warum tun wir oft so bescheiden bei unserer eigenen Wahrheit?
Warum behandeln wir so legitime, schöne, wahrhaftige Wünsche und Bedürfnisse so als seien sie etwas, das beschämend, peinlich oder sogar schädlich wäre?
Denn wollen wir nicht schließlich alle ein bisschen positiven EINFLUSS haben?
Wollen wir nicht alle etwas Gutes in der Welt bewirken und die innere Gewissheit haben, dass unsere Worte und unser Tun dort ankommen, wo sie gebraucht werden?
Wollen wir nicht alle die Gewissheit und innere Ruhe, dass unser Wirken eine Rolle spielt? Dass es zählt, was wir sagen?
Wollen wir nicht alle gerne das Gefühl haben, mit unserer kreativen Arbeit, einen Sinn für die Welt zu stiften?
Wollen wir nicht alle unsere Selbstwirksamkeit erfahren?
Warum wollen wir das eigentlich?
Ich glaube, ich bin zu einer Antwort auf diese Frage gekommen:
Weil es unsere Natur ist, Einfluss zu haben.
WEIL ES DIE NATUR DER SEELE IST ZU EXPANDIEREN. So, wie das Universum, mit dem sie eins ist. Weil es unsere Natur ist, schöpferisch und kreativ zu sein. Weil es unsere Natur ist, uns selbst zu leben und auszudrücken.
Wir sind alle von Natur aus Lehrer*innen, Schöpfer*innen, Weltveränder*innen, Löser*innen, Zauber*innen, Heiler*innen. WIRKENDE. KREIERENDE.
WIR SIND EIN VON GOTT GESCHAFFENES WUNDER.
WIR SIND LEBEN. Entstanden aus einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 10 hoch 10 hoch 123.
"Die Wahrscheinlichkeit ist so winzig, dass man sie ohne mathematische Spezialzeichen gar nicht tippen kann. Es ist eine 1, gefolgt von einer Anzahl an Nullen, die selbst wieder eine unvorstellbare Zahl ist: Eine 1 mit 123 Nullen. Im gesamten sichtbaren Universum gibt es nicht einmal genug Atome, um diese Nullen alle aufzuschreiben."
Und doch sind wir entstanden. Aus dieser unvorstellbar geringen Wahrscheinlichkeit.
(Sorry, aber ich kann nicht anders als daraus abzuleiten, dass GOTT existiert.)
Aber um zur eigentlichen Message zurückzukommen: Irgendetwas ist glaube ich im Laufe der Menschheitsgeschichte schiefgelaufen. An irgendeiner Kreuzung hat man uns in die falsche Richtung gelenkt - wer war das? Irgendein Mensch, dem wir alle gehorcht haben? Oder war es vielleicht doch unser eigener Glaube daran, dass wir weniger sind als wir in Wahrheit sind?
Heute sitzen die meisten von uns von 8 bis 17 Uhr (oder oft auch bis 20 Uhr) in einem stickigen, mit Neonlichtern versehenen Großraumbüro ohne Pflanzen. Ohne Lebendigkeit. Sie arbeiten irgendwelche Vorgaben ab zu einem Unternehmensziel, was oft weder der Menschheit noch der Umwelt zum Überleben hilft.
Und warum? Ja - weil sie Rechnungen bezahlen und Familien ernähren müssen, schon klar. Aber was ist das tiefere Warum dahinter?
Kann es vielleicht sein, dass die meisten Menschen denken, sie hätten sowieso keinen Einfluss?
Viele tragen das Leid der Welt in ihren Herzen und fühlen sich gleichzeitig ohnmächtig, weil sie glauben, als Einzelne sowieso nichts in der Welt verändern zu können.
Aber diese “höheren Instanzen”, denen wir die ganze Macht zuschreiben, sind aus einer höheren Warte heraus gesehen auch nur ein Spiegel des Kollektivs.
Das heißt: Solange jeder Mensch als einzelner weiterhin denkt, sowieso als Einzelner nichts verändern zu können, wird sich das Kollektiv auch nicht verändern - und die Instanzen, in die wir unsere eigene Macht projizieren, bleiben bestehen. Wir fühlen uns als ein kleines Sandkorn inmitten von Abermilliarden Sandkörnern.
Was wäre, wenn du kein Sandkorn unter vielen bist?
Was wäre, wenn du nicht nur das Sandkorn bist, sondern auch die vielen bist? Was wäre, wenn du nicht nur ein Tropfen im Ozean, sondern auch gleichzeitig der Ozean selbst bist? Was wäre, wenn du erkennen würdest, dass du nicht nur dieser einzelne Mensch bist, sondern Teil eines großen Ganzen?
Ich selbst habe über 30 Jahre lang gebraucht, um mich überhaupt von der Angst zu befreien, meine innere Wahrheit zu sprechen. Ich hatte eine diffuse Angst vor Bestrafung einer höheren Instanz, wenn ich mich zeige oder meine Wahrheit spreche. Eine Angst, die ich auf äußere Ämter, Institute oder äußere Autoritäten projiziert hatte. Diese Angst hat mich früher innerlich gelähmt und kleingehalten.
Ich schreibe jetzt darüber, weil ich glaube, dass das etwas ist, das viele kennen, aber nicht aussprechen.
Heute denke ich mir:
“Da oben” sitzen genauso Mütter und Väter. Töchter und Söhne. Menschen, die sich ihre Brotzeitbox in die Tasche gepackt haben, um ihr Grundbedürfnis nach Nahrung zu stillen. Menschen, die genauso aufs Klo müssen.
Diese Menschen haben die gleichen Ängste wie einer, der unter der Brücke lebt und nicht als Teil der Gesellschaft gewertet wird. Die “da oben” sind wir…
Es gibt keine Autorität außerhalb von dir selbst.
Du bist deine einzige Autorität in deinem Leben. Weil dein Leben DEINES ist. Eine äußere Autorität ist eine Illusion, entstanden aus der Projektion vieler einzelner Autoritäten. Doch in Wahrheit trägt jeder die Autorität über sein Leben in sich selbst.
Das Leben ist so viel mehr als wir denken. Ich habe keine Worte dafür. Aber da ist so ein Gefühl. Tief oberhalb meines Bauchnabels. Da ist so ein warmer Kern. So ein Wissen. Ein Wissen, das sagt:
Wenn du nur wüsstest zu was du allem fähig bist. Wenn du nur wüsstest, was du wirklich bist. Wenn du nur wüsstest, wie groß dein Einfluss ist. Nicht auf menschlicher Ebene, sondern auch darüber hinaus.
Das, was du mit bloßem Auge siehst, ist eine Illusion. Denn nur das menschliche Auge vermag die Welt zu sehen, wie das menschliche Auge sie sieht.
Aber es gibt eine Wahrheit, die über die menschliche hinausgeht und die mit dem Verstand nicht zu greifen ist, weil sie in ihrem Ausmaß nicht einmal mathematisch zu fassen ist.
Eine Wahrheit, die für uns Menschen niemals greifbar sein wird. Vielleicht eines Tages … in einer anderen Dimension. Vielleicht eines Tages, in Abermilliarden Jahren.
Und dann sind wir es vielleicht selbst, die die Signale an die Menschen von heute senden. Und sie werden sich wundern, woher sie kommen…
Wenn du Begleitung auf deinem Weg in deine Berufung wünschst, begleite ich dich gerne.
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