Ich habe heute gezweifelt - und wurde dabei an etwas Wesentliches erinnert
Warum du die Melodie deines Herzens singen solltest, auch wenn niemand zuhört.
Ganz ehrlich? Heute hatte ich wieder so einen Tag. So einen Sinnkrisen-Tag. So einen Tag, an dem ich mich fragte: Was mache ich hier überhaupt? Hat es überhaupt einen Sinn, meinem Herzen weiter zu folgen? (Ja — obwohl ich die ganze Zeit dafür appelliere und genau dazu in meiner Arbeit ermutige, hab ich selbst manchmal solche Momente) Wird das, was ich hier tue — all die Videos auf YouTube, Instagram-Content, Substack-Blog, und das Herzstück von all dem - mein Coaching-Business, das gerade noch in den Kinderschuhen steckt - wirklich gebraucht? Oder verschwende ich hier nur meine Zeit, indem ich einem Traum nachgehe, von dem ich keine Erfüllungsgarantie habe?
Und weißt du, was diese Fragen in mir ausgelöst hat?
Ein einziger Anruf von meiner Mutter. Sie lebt in Kroatien und kann uns morgen doch noch nicht wie geplant besuchen kommen. Sie hat etwas Falsches gegessen und einen allergischen Schock bekommen. Sie erzählte mir, wie ihr vorm Duschen übel geworden sei und sie im Badezimmer in Ohnmacht gefallen sei. Ihr geht es jetzt wieder gut und sie hat ihren Besuch auf nächste Woche verschoben. Aber dieses Gespräch hat etwas in mir berührt, das mich wieder einmal an das wirklich Wesentliche erinnert hat.
Es war so ein kurzer Moment, in dem ich mit den Fingerspitzen den Boden des Ozeans berührte. Es war nicht greifbar, aber es hinterließ so einen Beigeschmack, der mich dazu ermahnte nachzuevaluieren, ob ich wirklich noch auf meinem Weg bin. Ob ich nicht irgendwo mittendrin falsch abgebogen war. Ob ich wirklich noch zu 1000 Prozent hinter dem stehe, was ich tue und erreichen will. Ob meine Vision wirklich noch meine Vision ist, oder nur noch das verbleibende Licht eines Sternes, der längst erloschen ist.
Mein Sohn ist jetzt schließlich 2 Jahre alt. Mein Mann und ich sind in den besten Jahren. Mir ist bewusster denn je, wie kostbar das Leben ist, wie wichtig Gesundheit ist, wie vergänglich alles ist - und dass es am Ende allein darauf ankommt, ob wir gelebt und geliebt haben.
Ich will mein Leben so intensiv wie möglich genießen. Ich will mein bestes Leben leben. Ich habe verstanden, dass das Leben ein einzigartiges Geschenk ist. Ein temporäres Spielfeld, in dem wir die Vielfalt des Menschseins erfahren dürfen. Ich bin erst 35, aber ich kenne dieses Gefühl, eine tickende Uhr hinter dem Herzen zu haben, die ständig dazu ermahnt, jeden Moment bewusst zu leben, weil kein Moment selbstverständlich ist. Ich will dieses Geschenk des Lebens so sehr wertschätzen wie ich nur kann. Ich will mich selbst in meinem ganzen menschlichen Potenzial erfahren. Ich will wissen, was es wirklich heißt, wahrhaftig zu leben.
Ich will einfach am Ende nichts bereuen, und ich will sagen können: Ich habe all die Musik gesungen, die aus mir heraus gesungen werden wollte. Ich habe all das Feuer zum Ausdruck gebracht, das zum Ausdruck gebracht werden wollte. Und ich habe all die Liebe gegeben, die ich geben konnte.
Denn ich weiß, wie es ist, einen geliebten Menschen zu verlieren und es zu bereuen, nicht all die Dinge gesagt zu haben, die man gerne gesagt hätte. Ich weiß, wie es ist, ein geliebtes Haustier zu verlieren und es zu bereuen, nicht präsenter gewesen zu sein - und vielleicht den einen Spaziergang oder das eine Würstchen mehr gegeben zu haben. Und ich weiß, wie es ist, wenn man mit 31 Jahren dasteht und die eigene Vergangenheit betrauert, weil man nach viel eigener Bewusstseins- und Traumaarbeit zu der Erkenntnis gelangt, dass man all die Zeit in Abwesenheit von etwas gelebt hat, was für manch andere Menschen selbstverständlich ist.
Jetzt bin ich aber Mutter. Glücklich verheiratet. Und habe nach vielen Jahren des Lebens im Überlebensmodus endlich ein friedliches Leben. Ich will zumindest jetzt anfangen, richtig zu leben und zu genießen. Leben ohne Drama, ohne das ständige Gefühl, nicht im eigenen Leben zu sein, ohne die Zweifel, ob ich richtig bin, so wie ich bin; ohne das Gefühl, keinen Boden unter den Füßen zu haben.
Ich genieße diese gewonnene innere Freiheit von äußeren Erwartungen, auferlegten Rollen und Strukturen, in denen ich früher gefangen war. Ich genieße meine Selbstbestimmung, die Freude an meiner endlosen Kreativität. Ich genieße meine Familie und die errungene, langersehnte Freiheit, ICH SELBST sein zu können. Nicht nur privat, sondern auch im Beruf.
Ich spüre, dass mein Herz voll ist von etwas, das ich nicht für mich alleine behalten kann. Und wenn ich es tue, dann weiß ich schließlich was passiert. Innerer Käfig. Rastlosigkeit. Traurige Sehnsucht. Ich MUSS es einfach tun, weil es mich lebendig macht. Ich MUSS diese Texte schreiben. Ich MUSS diese Videos drehen. Ich MUSS diese IG´s posten. Ich kann gar nicht mehr anders als meinem inneren Ruf zu folgen, weil ich zu lange ein Leben gelebt habe, in dem ich ihn unterdrückt hab. Man könnte sagen, ich kenne die Nacht der Seele so gut wie meine Hosentasche. Ich weiß, dass es dort in dieser Dunkelheit für mich nichts mehr zu holen gibt. Mein ganzer Körper ist sehr klar und entschlossen auf einen einzigen Weg ausgerichtet. Auf MEINEN.
Und ich weiß, dass ich nie wieder fremdbestimmt leben oder in einem beruflichen Käfig landen werde, wo ich wieder die Stunden zähle, um endlich wieder zum Leben auferstehen zu können. Ich weiß, dass mir meine Vergangenheit nie wieder passieren wird - und dass meine Freiheit mir garantiert ist. Nicht, weil ich im Lotto gewonnen hätte.
Sondern, weil ich entschieden habe, mich selbst nie wieder zu übergehen. Und das ist das Geschenk, was ich heute auch anderen geben möchte. Sie an die Kraft ihrer Eigenmacht und eigenen Absicht und Entscheidung zu erinnern.
…
Ach, wo war ich nochmal stehen geblieben? Bei diesen Fragen…
Will ich wirklich so viel Zeit und Kraft in ein Herzensprojekt investieren, von dem ich gar nicht weiß, ob es gelingen wird? Was, wenn ich es eines Tages bedauern werde, meine Zeit nicht noch intensiver mit meinen Liebsten verbracht zu haben, nicht noch präsenter gewesen zu sein, nicht jede Minute…anstatt mich über Kleinigkeiten zu ärgern, bis in die Mitternachtsstunden aufzubleiben und mir die Finger von Mücken zerfressen zu lassen, um einen Post zu Ende zu schreiben, der vielleicht nie jemanden bewegen wird.
Jedenfalls hat mir das Schreiben dieses Artikels bei meiner Nachevaluierung geholfen. Ich weiß es jetzt wieder:
Selbst, wenn es nie jemanden bewegen wird. Ich kann nicht anders als meine Melodie zu singen. Ich kann nicht anders als ich selbst zu sein. Selbst, wenn es nie jemandem helfen wird, so hilft es mir selbst. Letztendlich sagte auch Buddha einmal: Niemand wird uns retten als wir selbst.
Und vielleicht ist genau das auch eine Einladung an dich, deine eigene Melodie zu singen. Auch, wenn du manchmal zweifelst und denkst, dass es niemanden bewegt…So bewegt es dich selbst — und damit auch jene, die in deinem Leben sind. Vielleicht nicht durch deine Worte, aber durch das, was du in dir selbst zum Leuchten bringst.
Wenn du Begleitung auf deinem Weg wünschst, begleite ich dich sehr gerne. Schreib mir gerne eine Nachricht bei Interesse.
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